Eine Kooperation zwischen Pohl Immobilien und den Gustav Mahler Musikwochen
Ein Gespräch mit Max Calanducci, Musiker, Musikpädagoge, Musikvermittler – und Videoproduzent.
Im Rahmen einer besonderen Zusammenarbeit für die Gustav Mahler Musikwochen ist ein außergewöhnliches Musikvideo entstanden: Ein intimes Live-Konzert, das im Wohnzimmer von Magdalena Pohl im Antonianum in Meran aufgenommen wurde. Max Calanducci, langjähriger Freund von Magdalena, hat das Video selbst produziert. Das Ergebnis verbindet Musik, Architektur und Atmosphäre auf ganz besondere Weise.
Herr Calanducci, Sie haben eine persönliche Verbindung zu Magdalena Pohl. Können Sie uns davon erzählen?
Magdalena und ich kennen uns tatsächlich schon seit unserer Kindheit. Wir haben vor vielen Jahren an der Musikschule Schlanders bei einem Abschlusskonzert ein vierhändiges Klavierstück gespielt – ich glaube, es war „Der Entertainer“. Nun haben wir uns über die Musik sozusagen wiedergefunden.
Wie ist die Zusammenarbeit zwischen den Gustav Mahler Musikwochen und Pohl Immobilien entstanden?
Im Rahmen meiner Marketingtätigkeit für das Festival war ich auf der Suche nach Partner, die ähnliche Werte vertreten – also Firmen, die auf Qualität, Ästhetik und besondere Projekte setzen. Mir war klar: Ich wollte kein Standardsponsoring mit Logos auf Plakaten. Es sollte etwas Nachhaltiges entstehen. So bin ich auf Pohl Immobilien zugegangen – und es hat sofort gepasst. Gemeinsam haben wir die Idee einer Live-Session im Wohnzimmer entwickelt.

Wie kam es zu diesem besonderen Konzept?
Die Idee entstand im gemeinsamen Austausch. Uns war schnell klar, dass es eine Live-Session werden sollte. Magdalena brachte dann den Vorschlag ein, das Ganze mit einer Immobilie zu verbinden. Die Wahl fiel auf das Antonianum – ein Ort, der architektonisch, atmosphärisch und auch akustisch hervorragend geeignet war. Auch Simon Öggl, der schon das Soundlogo für Pohl Immobilien gestaltet hat, war Teil des Projekts. Er hat das „Adagio“ aus der 9. Symphonie Mahlers für 4 Streicher arrangiert. Das Schöne daran: Dieses Video bleibt bestehen – es erzählt eine Geschichte und kann das ganze Jahr über genutzt werden. Anders als ein klassisches Sponsoring, das mit dem Festival endet, bleibt dieses Projekt lebendig.
Wer waren die Musiker*innen der Live-Session?
Einige der Musiker*innen kenne ich noch aus meiner Studienzeit in Bozen. Die Geigerin Federica Zorzi hat das Ensemble zusammengestellt. Viele von ihnen sind aktuelle oder ehemalige Studierende des Konservatoriums Bozen. Eine tolle Gruppe, die mit viel Leidenschaft musiziert hat.

Die Gustav Mahler Musikwochen feiern dieses Jahr ein Jubiläum. Was erwartet uns in der 45. Ausgabe?
Ja, das Festival gibt es seit 1981 – dieses Jahr feiern wir das 45-jährige Jubiläum. Ein Highlight ist die Aufführung der 9. Symphonie von Gustav Mahler durch die Jenaer Philharmonie. Das Besondere: Mahler hat diese Symphonie in seinem Komponierhäuschen in Toblach-Altschluderbach geschrieben. Dieses Jahr kehrt das Werk quasi an seinen Entstehungsort zurück. Das ist ein sehr emotionaler Moment für das Festival.
Was fasziniert Sie persönlich an den Werken Gustav Mahlers?
Gustav Mahler begegnet jedem klassischen Musiker irgendwann. Seine Werke sind unglaublich komplex, groß besetzt und oft sehr lang – das macht sie herausfordernd. Aber wenn man sich einmal intensiv mit seiner Musik auseinandergesetzt hat, lässt sie einen nicht mehr los. Mahler hat weltweit eine riesige Fangemeinde. Es gibt unzählige Gustav-Mahler-Gesellschaften – auch die Wiener Gustav-Mahler-Gesellschaft hat eine enge Verbindung nach Toblach und unterstützt unser Festival sehr aktiv. Dieses Netzwerk ist wirklich beeindruckend.

Was bedeutet Ihnen das Festival persönlich?
Für mich ist das Festival eine echte Herzensangelegenheit. Ich bin nach Südtirol zurückgekehrt, weil ich überzeugt bin, dass es wichtig ist, hier hochwertige Kulturangebote zu schaffen und zu erhalten. Es gibt weltweit kein Festival, das sich so intensiv und akribisch mit Gustav Mahler beschäftigt wie das in Toblach. Ich freue mich, Teil dieses Projekts zu sein – und ich hoffe, dass die Gustav Mahler Musikwochen noch mindestens weitere 45 Jahre bestehen bleiben.
Hintergrund: Die Gustav Mahler Musikwochen in Toblach
Von 1908 bis 1910 verbrachte Gustav Mahler seine Sommer in Toblach und komponierte hier seine letzten drei Orchesterwerke. Zu seinen Ehren finden seit 1981 alljährlich die Gustav Mahler Musikwochen statt – seit 1999 im Kulturzentrum Grand Hotel. Das Festival umfasst Orchester- und Kammerkonzerte internationaler Künstler*innen, Ausstellungen und Vorträge rund um Mahlers Werk und Welt.
Max Calanducci, geboren 1996 in Schlanders, ist Schlagwerker, Musikvermittler und Kulturmanager. Er ist als Instrumentallehrer für Schlagwerk an der Musikschule Meran/Passeier tätig und verbindet seine künstlerisch-pädagogische Arbeit mit innovativen Vermittlungs- und Medienprojekten, darunter Kooperationen mit den Wiener Philharmonikern und seine eigene Videoreihe „Garden Sessions“. Seit 2024 ist Max bei den Gustav Mahler Musikwochen für Rebranding, Marketing und Musikvermittlung verantwortlich, mit Fokus auf Social Media, Content und neue Zielgruppen.
Federica Zorzi, geboren 2002 in Trient, ist ausgebildete Violinistin mit einem Abschluss am Konservatorium „C. Monteverdi“ in Bozen, den sie mit Bestnote erlangte. Gemeinsam mit dem Pianisten Nicola Pontara bildet sie ein kreatives Duo, das bekannte Pop- und Rockstücke von Queen bis Coldplay neu interpretiert – alle Arrangements stammen von ihnen selbst.