Hannes Tappeiner ist einer der Projektleiter von Pohl Immobilien. Seit einigen Wochen arbeitet auch er im Home Office und beschäftigt sich intensiv mit einer Projektentwicklung. Wie sehr die Restriktionen aufgrund der Corona-Pandemie seine Arbeitsweise beeinflussen und warum er dem auch positive Seiten abgewinnen kann, erklärt er in diesem Interview.

 

Wie sieht dein Arbeitsalltag momentan aus?

Nun, ich sitze zuhause mit meinem Laptop am Esstisch. Am Anfang haben meine Frau und ich uns den Arbeitsplatz geteilt, da mussten wir schon etwas Rücksicht nehmen. Vor allem, wenn wir beide große Dateien hochladen mussten, hat uns die WLAN-Bandbreite schnell mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da war Geduld gefragt. Jetzt kann meine Frau aber wieder an ihren Arbeitsplatz und ich nutze das „Heimbüro“ alleine. Das klappt natürlich besser, vor allem mit den vielen Videokonferenzen und Telefonaten. Und dem Internet.

 

Woran arbeitest du im Augenblick?

Ich beschäftige mich bereits seit Wochen mit einem neuen Immobilienprojekt. Hier stecken wir noch in der Entwicklungsphase und gemeinsam mit der Geschäftsleitung und den Architekten kann ich dies nun alles sehr konzentriert angehen. Es fällt schon auf, dass man so allein natürlich viel konzentrierter an einer Sache arbeiten kann. Aber gleichzeitig fallen auch viele Dinge weg, die den Alltag in einem Büro am Arbeitsplatz ausmachen. Der schnelle, unkomplizierte Austausch mit den Mitarbeitern fehlt. Viele Infos, die man sich so im Vorbeigehen zukommen lässt, fallen weg, weil man sich für Kleinigkeiten nicht gleich anruft. Alle konzentrieren sich auf die gemeinsamen Videokonferenzen und jeder versucht sich daheim bestmöglich darauf vorzubereiten. Dasselbe gilt für die externen Termine, wo alle Teilnehmer eigentlich viel Fahrt-Zeit sparen könnten.

 

Welche positiven Seiten kannst du deiner momentanen Arbeitsweise abgewinnen?

Vor allem die Möglichkeiten für eine digitale Arbeitsweise. Die technischen Voraussetzungen dafür hatten wir ja schon vor Corona, aber damals haben wir das nicht sonderlich genutzt, weil es uns wie ein zusätzlicher Arbeitsaufwand vorgekommen ist. Jetzt sehen wir alle, wie gut das funktioniert. Wie schnell und unkompliziert wir uns auch mit Microsoft Teams austauschen können. Und ich kann mir gut vorstellen, dass wir diese Form der Videokonferenzen auch nachher beibehalten werden. Die Mitarbeiter an den Standorten Bozen und Latsch müssen wirklich nicht immer im selben Raum sitzen, um sich zu einem Meeting zu treffen. Das geht auch alles online und zwar ziemlich gut.

 

Und was noch?

Wir sind alle pünktlicher geworden! Wer bei einem Online-Meeting auch nur 5 Minuten zu spät dran ist, sorgt gleich mal für etwas mehr Chaos, als wenn das bei einem Treffen vor Ort ist. Und weil natürlich Baustellen derzeit noch stillstehen, haben alle wesentlich mehr Zeit sich mit einer Projektentwicklung auseinander zu setzen.

 

Gibt es denn noch Kundenkontakt?

Natürlich in sehr begrenztem Maße, aber gewisse Dinge laufen natürlich noch weiter und Unterlagen müssen vorbereitet und ausgetauscht werden. Vor allem unsere ausländischen Kunden melden sich auch nach wie vor immer wieder persönlich bei uns und fragen nach, wie es uns geht. Man merkt schon deutlich: Diese Pandemie betrifft uns alle gleichermaßen, überall auf der Welt, und das Verständnis und die Solidarität sind groß.